Festival-Bericht: Deichbrand

12. Jun 2015 13:45

2015-06-12_hhm_blog_teaser_festival_ohneHallo zusammen!

Es sind Festival-Wochen bei uns in der Meile und passend zu diesem Anlass darf ich euch nun meine Erfahrungen von meinem Lieblings-Festival preisgeben. Das Deichbrand ist für mich und einige meiner Freunde mittlerweile fester Bestandteil der Jahresurlaubs-Planung, dieses Jahr geht’s zum 4. Mal zur Großveranstaltung nach Cuxhaven. Ihr kennt das Deichbrand nicht? Dann wünsche ich viel Spaß beim Lesen. Noch gibt’s Karten für 2015!

 

 

Donnerstag, 17.07.2014.

8 Uhr.

Der Wecker braucht nicht klingeln, ich bin ohnehin schon wach. Und startklar. Noch ein letztes Mal ein entspannendes Bad genießen und anständig frühstücken, bevor ich für die kommenden 4 oder 5 Tage meine persönlichen Ansprüche in Sachen Ernährung und Hygiene zwangsläufig auf ein gerade noch akzeptables Level herunterschrauben muss. Noch einmal allein sein, ohne dröhnende Geräuschkulisse und Tinnitus. Klingt, als stünde mir ein wahrgewordener Alptraum bevor? Im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, vor Vorfreude zu explodieren. Der Tag ist gekommen. Das absolute Highlight dieses bzw. eigentlich jeden Jahres. Es geht zum Deichbrand!

In der Stadt treffe ich zwei Kumpels, die sich ebenfalls heute schon Urlaub genommen haben. Ein paar letzte Besorgungen und zusammen bilden wir die Vorhut unserer Gruppe bestehend aus insgesamt 10 Leuten. Der Weg zum Seeflughafen in Cuxhaven ist leicht und wir haben uns nur zwei Mal verfahren… Doch als wir gegen 15 Uhr auf dem WoMo-Platz ankommen, werden wir von immerhin passablem Wetter begrüßt. Noch wissen wir nicht, dass die Sonne sich in den kommenden Tagen von ihrer allerbesten Seite zeigen und uns rund um die Uhr mit wolkenlosem Himmel und über 30°C für unsere Mühen belohnen wird. Das erste Bier wird geöffnet, die Zelte aufgebaut und die Campingstühle ausgeklappt. Ab jetzt heißt es nur noch genießen, gut gelaunte Leute treffen und geile Bands hören!

Die folgenden Tage sind eine einzige Party. Niemand macht sich einen Kopf über den drögen Alltag in Hamburg. Hätte eh keinen Zweck, weil die Mobilfunknetze hoffnungslos überlastet sind und das komplette Gelände ein einziges Funkloch ist. Hat man sich daran gewöhnt, trägt dies allerdings deutlich zur allgemeinen Entspannung bei! Ich kenne keine Großveranstaltung, bei der man sich so sicher sein kann, auf so viele verrückte und großartige Menschen zu treffen, wie es beim Deichbrand der Fall ist.  Man ist nicht Anwalt oder Schreiner oder Social Media Manager, sondern einfach nur Gast auf dem großartigsten Festival des Nordens. Klassischer Fall von „wenn aus Herrn Weber Sebastian wird…;-)

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Deichbrand 2013

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Deichbrand 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn wir nicht gerade vor den Bühnen am Hüpfen und Springen sind, wird natürlich nicht nur faul in der Sonne rumgelegen. Tingeln heißt das Stichwort! Leute treffen, mal sagen! Und es ist erstaunlich, was die Leute auf so ein Festival alles mitbringen. Auf unserem Weg durch die kleine Zelt- und Bulli-Stadt probieren wir mehrere aufblasbare Planschbecken aus, trinken hier und da mit Gutgelaunten aus ganz Deutschland ein Bierchen, bestaunen den selbst gezimmerten (!) besteigbaren Turm (!!!), den ein paar Verrückte vor ihren Zelten aus Holz errichtet und mit einer dicken Anlage versehen haben. Eine Gruppe von Leuten ist tatsächlich mit einem kleinen LKW gekommen, auf dessen Ladefläche Equipment für eine komplette Liveband aufgebaut war.

Wir selbst haben dieses Jahr wieder unsere Waterslide dabei gehabt. Man nehme 100 m² Baufolie, lege diese als 25 Meter langen Streifen auf dem Zeltplatz aus, fixiere sie mit ein paar Heringen (Verletzungsgefahr = etwas höher als Null ;-)) und mache es glitschig. Alle Nachbarn wissen bereits, wo die Reise hingehen soll und kommen mit Wasserkanistern und Spüli aus allen Ecken des Platzes, um die improvisierte Rutschbahn optimal zu präparieren. Einen halben Meter hohe, aufblasbare Bowlingpins ans Ende der Waterslide und los geht’s. Nach ein oder zwei Stunden sind alle Beteiligten wahrscheinlich das erste Mal an diesem Wochenende wieder richtig sauber. ;-)

 

 

Zu den Bands: Bei allem Quatsch, der drum herum so stattfindet, sind die Konzerte natürlich das Herzstück der ganzen Geschichte. Einige der Acts, die wir uns angeschaut haben:

  • Jan Delay & Disko No. 1: Gute-Laune-Mucke vom feinsten!
  • Guano Apes: Sandra Nasić in Topform!
  • Marteria: Lila Wolken!
  • K.I.Z.: Die Jungs rocken 30.000 Bekloppte auf dem Deichbrand genauso wie 2.000 im Docks – wahnsinn!
  • The Prodigy: Mit nur leichten Verletzungen den Circle Pit überlebt. Völlig egal. Was für ein Konzert!
  • Le Fly: Der Klassiker am Ende des Deichbrands. Die Jungs drehen als krönender Abschluss des Festivals noch mal so richtig durch und das ganze Publikum mit ihnen. Führt 2015 auch wieder kein Weg dran vorbei.

Zwischen den Konzerten übrigens immer einen Besuch wert: der Jägermeister-Turm. Japp. Der Name ist Programm. Es ist ein Turm, es gibt Jägermeister. Und sehr, sehr geile Musik abseits des Line Ups. Gute Laune vorprogrammiert. 2014 war er leider nicht mit dabei, ich hoffe aber, dass er 2015 wieder am Start sein wird.

Abreisetag. Wir sind geschafft. Körperlich erschöpft. Verstaubt. Müde. Und glücklich. Aus Sebastian wird langsam wieder Herr Weber und keiner hat Lust, sein Zelt abzubauen. Deswegen schmeißen unfassbar viele Besucher ihre Zelte einfach weg. Auch ne Idee. Zu Hause angekommen wird erstmal geduscht. Und danach wird die Dusche geduscht. Unglaublich, wie viel Staub man von dieser Veranstaltung mitbringt. Aber egal, jetzt kommt der wichtigste Teil. Schlafen. Mindestens 14 Stunden. Am liebsten aber ein ganzes Jahr bis zum  16.07.2015. Dann geht’s wieder los. Was wohl Herr Weber so lange macht…?

 

Ein kleiner Überblick, was euch 2015 an Headlinern erwartet:

  • Fettes Brot
  • Beatsteaks
  • Kraftklub
  • Deichkind
  • Donots
  • Mando Diao
  • The Kooks
  • The Subways
  • Klangkarussell
  • Ferris MC
  • Le Fly
  • uvm…

Jeder, der irgendwie Musik mag und nicht abgeneigt ist, auch mal an der frischen Luft und ohne Smartphone zu sein, sollte auf jeden Fall zuschlagen, wenn sich die Möglichkeit ergibt, noch Tickets zu bekommen. Die Nähe zur schönsten Stadt der Welt macht Hin- und Rückweg unkompliziert und musiktechnisch ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ach ja, alles, was ihr an Ausrüstung so benötigt, findet ihr natürlich auch bei uns in der Meile. Von Sonnenbrillen über Grillzubehör bis hin zur richtigen Festival-Kleidung und witzigen Accessoires könnt ihr euch hier vollständig eindecken. Und einige Tagestickets gibt’s auch noch beim Ticketshop vom Hamburger Abendblatt!

Bis bald in der Hamburger Meile (oder auf dem Deichbrand 2015),

Dennis vom Meile-Team

 

 



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